Hate Storm

Warum entsteht Hass?

Motive

Hass kann jeden treffen!

Hass kann jeden treffen. Es gibt zum einen eine tief sitzende Ablehnung gegenüber Menschen, die anders glauben, anders lieben, anders aussehen als eine behauptete Norm. Zum anderen kannst du auch als Figur eines Framing-Prozesses zurechtgestutzt werden, damit du zur „Beweisführung“ eines Themas beitragen kannst. Insbesondere solche Personen trifft es, die sich zur Bestätigung eines bestimmten Weltbildes gut eignen – sei es bei Rassisten oder Islamisten. 

 

Gerade in autoritären Denkwelten eignet sich digitaler Massenhass mehr und mehr als „Tool der Stunde”, um die eigenen Anhänger zu mobilisieren und mit ihnen das eigene ideologische Gerüst an Einzelnen erfahrbar zu machen. Jede autoritäre Denkhaltung braucht schließlich einen Gegner. Das heißt, du dienst als Beweis für ein festgelegtes Interpretationsgefüge, das meist in einer Ideologie aufgeht.

Eine Übersicht

der Feindlichkeit

Die ``Anderen``

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bedient Stereotype, Vorurteile und Diskriminierungen gegen Menschen aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermuteten Zugehörigkeit zu einer benachteiligten Gruppe in der Gesellschaft. Zielgruppen finden sich zum Beispiel bei Flüchtlingen und ihrem Umfeld, in der LGTIQ-Community, aber auch bei Juden, Muslimen, Feministinnen und vielen anderen Gruppen. Eine der langanhaltendsten Massenhasskampagnen Deutschlands findet sich in der Gamer-Szene gegen den so genannten Drachenlord. Hasskommentare setzen die Macht- und Diskriminierungsstrukturen der Gesellschaft fort. Und das mit einer Vehemenz, die zum großen Teil von außen kaum zu erkennen ist.

 

Das Motiv der Hater besteht einerseits darin, den einzelnen Menschen als individuelle Personen unsichtbar zu machen. „Sie werden negiert als menschliche Wesen mit einer besonderen Geschichte, besonderen Erfahrungen oder Eigenschaften“, wie die Autorin Carolin Emcke in ihrem Buch „Gegen den Hass“ beschreibt. „Und zugleich werden sie konstruiert als Andere, als Nicht-Wir.“ Dabei wird dieser monströsen Andersartigkeit eine mächtige Gefahr zugesprochen, gegen die sich „das Volk“, der „gesunde Menschenverstand“ wehren sollte. Meist erfolgt somit die rhetorische Suggestion, dass der Hassende ein berechtigtes Unbehagen artikuliert, dass politisch ernst genommen und keinesfalls ignoriert werden sollte. So, als käme einem diffusen Gefühl eine ganz eigene Legitimität zu.

Antisemitismus

Juden als Ziel von Stereotypisierung und Hass

Eine gerade in Deutschland besonders verwerfliche Form gruppenbezogener Diskriminierung findet auch im Internet seinen Weg in einschlägige Hasskampagnen, Videobotschaften und Kommentarspalten: der Antisemitismus. Varianten antisemitischer Stereotypen, Muster und Denkbilder gibt es in Europa seit Jahrhunderten. Zunehmend sehen sich Juden in Deutschland auch im Internet von verschiedener Seite angegangen: Antisemitische Deutsche spielen hier ebenso eine Rolle wie muslimische Communities.

 

Gerade prominente jüdische Mitbürger müssen verschiedene Form von Framings im Internet nur allzu oft ertragen. Meist werden dabei klassisch antisemitische Klischees bedient und in einen Kontext gestellt, der dem Beobachter nahelegt, was gemeint ist, ohne es direkt auszusprechen. Zunehmender Antisemitismus ist ein trauriges Phänomen, das weit über die Geburt des Internet zurückreicht. Und es ist ein Phänomen, das die Gesellschaft noch lange Zeit bekämpfen muss.

Rassismus

Fremdenfeindlichkeit als Werkzeug der Wirklichkeitsverzerrung

Auch bei rassistisch oder fremdenfeindlich motiviertem Hass ist die Wahrnehmung verzerrt und vorgeformt durch eine menschenverachtende Ideologie. 2017 registrierte das Bundeskriminalamt 2.270 angezeigte Hasskommentare. Davon sind 74 Prozent nach Bewertung der Polizei politisch rechts motiviert.

 

Beispiele dafür gibt es viele. Und in Zeiten zunehmender völkisch motivierter Idelogien werden die Gründe für diese Form von Ausgrenzung und Diskriminierung immer perfider. Gleich, ob sich die Begründung für Ausgrenzung auf klassischen Rassismus bezieht oder auf neuere rassistische Denk-Spielarten, wie den so genannten Ethnopluralismus: Wer heute anders aussieht und in entsprechende Muster passt, läuft Gefahr Hass im Netz zu erleben.

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Hier findest du Tipps, was zu tun ist.

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